| Der Heuberg-Baar-Gau im Schwäbischen Albverein liegt ganz im
Südwesten des Vereinsgebiets und grenzt ans Gebiet des
Schwarzwaldvereins.
In den Städten des Grenzgebiets bestehen Ortsgruppen beider
Vereine nebeneinander, die aber in den verschiedensten Aktionen
miteinander kooperieren.
Der Gau wurde am 20. März 1892 in Anwesenheit des damaligen
Schriftleiters der „Blätter des Schwäbischen Albvereins" und
späterem Vorsitzenden des Vereins „Prof. Eugen Nägele", in
einer Versammlung mit 40 Teilnehmern in Tuttlingen als „Südwestgau"
konstituiert. Erster Gauobmann wurde Oberförster Eugen Schäffer aus
Tuttlingen.
In einer weitere Versammlung am 20. November 1892 wurde der „Südwestgau"
in „Heuberg-Baar-Gau" umbenannt. Die Vorschläge „Lemberggau",
Oberhohenberggau" und „Dreifaltigkeitsberggau" kamen nicht
zum Zuge, weil man eine weitergehende Bezeichnung mit den Gebieten der
Oberämter Rotteil, Spaichingen und Tuttlingen haben wollte.
Heute gehören zum Heuberg-Baar-Gau mit seinen 6 100 Mitgliedern in
37 Ortsgruppen neben den Ortsgruppen aus den Kreisen Rottweil und
Tuttlingen auch einzelne Ortsgruppen aus dem Zollernalb-Kreis und dem
Schwarzwald-Baar-Kreis.
21 Ortsgruppen unterhalten Heimatstuben oder Wanderheime;
Nusplingen, eines mit Übernachtungsangebot.
Der Heuberg-Baar-Gau ist ein Gau mit großer Fläche (ca. 500 qkm,
Grenzumfang um das etwa trapezförmige Viereck ca. 90 km). Vom
Albtrauf 12 km ostwärts reicht der Naturpark Obere Donau ins
Gaugebiet hinein. Mann kann das Gaugebiet von drei Türmen des
Schwäbischen Albvereins fast ganz überschauen: Vom Lembergturm (1015
m NN; 33 m; erbaut 1899) auf dem höchsten Berg der Schwäbischen Alb
(„König der Hohen Schwabenalb" mit weiteren zehn Tausendern)
geht der Blick über den Großen Heuberg und den Kleinen Heuberg, dann
hinaus ins Albvorland bis Rottweil und den oberen Neckar.
Vom Hohenlupfen, dem „König der Baar" mit einem Turm (977 m
NN; 23 m; erbaut 1911) überschaut man die Baar und sieht hinüber zum
Albtrauf bei Spaichingen.
Vom Gansnestturm (795 m NN; 18 m; erbaut 1922; 1967 von der EVS dem
Schwäbischen Albverein geschenkt) schaut man ein Stück ins
Durchbruchstal der oberen Donau und ins Bäratal hinein.
Wenn man dann noch andere Aussichtsberge im Gaugebiet besteigt,
gewinnt man einen großartigen Überblick über diese herrliche
Landschaft der Südwestalb: Hohenkarpfen (912 m NN) bei
Seitingen-Oberflacht mit Blick in die Baar, Dreifaltigkeitsberg (983 m
NN) mit Wallfahrtskirche bei Spaichingen mit Blick ins Albvorland bis
zum Schwarzwald, Alter Berg (980 m NN) Wahrzeichen des Heubergs bei
Böttingen mit Alpensicht, Türnleberg (793 m NN) bei VS-Mühlhausen
mit umfassendem Blick zum Albtrauf, Witthoh (860 m NN) bei Tuttlingen
mit Blick zum Hegau, zum Bodensee und zur Alpenkette.
Nun muß man natürlich diese Landschaft zu Fuß oder mit dem Rad
erwandern. Von Westen her: die tiefeingeschnittenen Keupertäler des
oberen Neckars, des Trosselbaches (mit Plateosaurier-Fundstelle; 200
Mio. Jahre; Nachbildung im Trossinger Heimatmuseum) und des Primtales
(Aufschluß in den Bunten Mergeln bei Neuhaus/Aldingen), dann die
Liasflächen des Albvorlandes bei Aixheim und Frittlingen die
Braunjurahänge am Albanstieg, schließlich oben zwischen Klippeneck
und Dreifaltigkeitsberg über Weißjura-Beta-Stirnen dem Albtrauf
entlang. Dahinter dann die Hochfläche des Heubergs mit den sanften
Kuppen und den Trockentälern begrenzt das Bäratal im Osten. Nach
Süden kommt man ins wildromantische Donautal mit den mit Burgruinen
gekrönten Felsbastionen, den Felsnadeln und den bizarren
Schwammstotzen, die bis 100 m senkrecht aus dem Tal aufragen.
Da liegen am Rand des Tales über den malerischen mittelalterlichen
Städtchen Mühlheim und Fridingen die größte Schauhöhle der
Südwest-Donaualb, die Kolbinger Höhle, und ganz in der Nähe die
Mühlheimer Felsenhöhle. Über 50 Höhen und Grotten zählt man in
diesem Gebiet. Auf der anderen Seite des Tales lädt das Regionale
Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck zum Besuch ein.
Das ganze Gebiet ist uraltes Siedlungsland. Auf dem Heuberg haben
schon die Kelten gesiedelt, heute bezeugt durch über 1000
Hügelgräber und die Kultstätten „Götzenaltar" und „Heidentor"
(keltische Frauenwallfahrtsstätte).
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